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Eine perfekt knusprige Martinsgans zu zaubern – das klang für mich immer nach einer Aufgabe für Profis oder zumindest nach einem stundenlangen Akt der Selbstgeißelung in der Küche. Ich stellte mir trockenes Fleisch, fettige Haut und eine Soße vor, die einfach nicht binden wollte. Ehrlich gesagt, hatte ich jahrelang Respekt davor, eine ganze Gans zuzubereiten. Es dauerte genau einen kalten Novembernachmittag, bis diese Vorstellung komplett auseinanderfiel.
Meine erste Martinsgans war ein einziger, wunderbarer Glücksfall. Oder besser gesagt: das Ergebnis von akribischem Lesen, ein paar mutigen Entscheidungen und der Erkenntnis, dass die Natur uns mit einer fast schon idiotensicheren Anleitung für dieses Gericht ausgestattet hat. Die dicke Speckschicht der Gans sorgt von selbst für Saftigkeit, wenn man sie nur richtig behandelt. Und die Haut? Die wird knusprig, wenn man ihr die richtige Bühne bereitet – und das ist viel einfacher, als man denkt.
Ich stand da in meiner Küche, die Hitze des Ofens schlug mir entgegen, und als ich die Gans nach Stunden aus dem Ofen holte, wusste ich: Dieser Duft von würzigem Braten, süßlichem Rotkohl und erdigen Kartoffelknödeln – das war der Geruch von Heimat, von Festtag, von purer Geborgenheit. Die knusprige Haut brach mit einem Geräusch, das man nur als „perfekt“ bezeichnen kann. Und das Fleisch? Zart, saftig, fiel fast von den Knochen.
Seit diesem Tag ist die knusprige Martinsgans mit Rotkohl und Kartoffelknödeln für mich kein Angstgegner mehr, sondern ein Ritual. Ein Gericht, das ich liebe, weil es so viel mehr ist als nur Essen. Es ist ein Versprechen an mich selbst, dass ich auch die aufwändigsten Dinge mit Ruhe und Freude hinbekomme. Und es ist ein Gericht, das ich heute mit dir teilen möchte – ohne Stress, aber mit jeder Menge Geschmack.
Warum du dieses Rezept lieben wirst
Dieses Rezept für knusprige Martinsgans ist nicht einfach nur ein weiteres Gänserezept. Es ist das Ergebnis von Jahren des Ausprobierens und einiger kleiner, aber entscheidender Kniffe. Ich habe so viele trockene Gänse gegessen, bevor ich meinen Weg gefunden habe. Du wirst diesen Fehler nicht machen müssen.
- Perfekt knusprige Haut, jedes Mal: Der Trick liegt in der Vorbereitung und der richtigen Temperaturführung. Keine Pampe, kein Gummigefühl – nur pure, goldbraune Knusprigkeit, die beim Anschneiden bricht.
- Zartes, saftiges Fleisch: Die Gans ist von Natur aus fett, aber das ist ihr größter Vorteil. Wir nutzen dieses Fett, um das Fleisch langsam und schonend zu garen, bis es butterweich vom Knochen fällt.
- Die perfekte Begleitung: Der süß-säuerliche Rotkohl und die fluffigen Kartoffelknödel sind nicht nur Beilagen – sie sind die besten Freunde der Gans. Zusammen ergeben sie ein unschlagbares Trio, das nach mehr schreit.
- Ein Festmahl ohne Stress: Ja, die Gans braucht Zeit im Ofen, aber die meiste davon ist unbezahlte Zeit. Du kannst dich zurücklehnen, einen Glühwein trinken und den Duft genießen. Der Arbeitsaufwand hält sich in Grenzen.
- Resteverwertung vom Feinsten: Eine Martinsgans ist ein Geschenk, das immer weitergibt. Die Reste schmecken am nächsten Tag noch besser, und aus dem Knochen wird eine himmlische Suppe.
Was dieses Rezept von anderen unterscheidet, ist die Liebe zum Detail. Ich zeige dir, wie du die Gans richtig vorbereitest, warum das Salzen am Vortag so wichtig ist und wie du die perfekte Soße ohne Klumpen hinbekommst. Es ist nicht einfach nur ein Rezept – es ist eine Einladung, ein Stück deutsche Tradition mit allen Sinnen zu erleben.
Was du an Zutaten brauchst
Für dieses Festmahl brauchst du keine exotischen Zutaten, sondern gute, ehrliche Grundprodukte. Die Qualität ist hier der entscheidende Faktor, vor allem bei der Gans. Also, lass uns einkaufen gehen.
Für die knusprige Martinsgans
- 1 küchenfertige Gans (ca. 4-5 kg): Achte darauf, dass die Gans frisch und von guter Qualität ist. Ich kaufe meine Gans gerne beim Bauern um die Ecke – das Fleisch ist aromatischer und die Haut dicker, was für eine bessere Knusprigkeit sorgt. Lass dir die Innereien (Herz, Magen, Leber) und den Hals separat geben, sie sind die Basis für eine grandiose Soße.
- 2 Äpfel (z.B. Boskop oder Elstar): Die Äpfel werden in die Gans gesteckt und sorgen von innen für Saftigkeit und eine feine Fruchtnote. Boskop sind ideal, weil sie beim Garen gut zerfallen und eine schöne Süße abgeben.
- 1 Bund Suppengrün (Lauch, Möhre, Sellerie): Dieses klassische Trio ist das A und O für den Bratensatz. Es gibt der Soße Tiefe und eine herrlich herzhafte Note.
- 1 Zwiebel: Eine halbierte Zwiebel kommt mit in den Bräter und rundet das Aroma ab.
- 2-3 Zweige frischer Thymian und Rosmarin: Die Kräuter duften nicht nur wunderbar, sie verleihen der Gans auch eine mediterrane, würzige Note. Ich verwende sie sowohl zum Füllen als auch zum Bestreuen.
- Salz und Pfeffer: Grobes Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer sind ein Muss. Sie sind die Basis jeder guten Würzung.
- 500 ml Geflügelbrühe (oder Wasser): Zum Auffangen des Bratensatzes und für die Soße. Ich nehme am liebsten eine selbstgemachte Brühe, aber eine gute gekaufte tut es auch.
Für den Rotkohl

- 1 Kopf Rotkohl (ca. 1 kg): Achte auf einen festen, schweren Kopf ohne welke Blätter. Je frischer, desto besser.
- 2 Äpfel (z.B. Boskop): Die Äpfel geben dem Rotkohl eine natürliche Süße und eine feine Fruchtigkeit. Ich reibe sie grob, damit sie im Kohl verschwinden.
- 1 Zwiebel: Eine fein gewürfelte Zwiebel ist die Basis für das Aroma.
- 60 g Butterschmalz oder Gänsefett: Butterschmalz verträgt hohe Temperaturen und gibt einen feinen Geschmack. Das Gänsefett kannst du dir vom Braten aufheben – das ist der absolute Geheimtipp!
- 100 ml Rotwein (optional, aber empfohlen): Ein kräftiger Rotwein (z.B. Spätburgunder) gibt dem Rotkohl Farbe und eine wunderbar komplexe Note. Du kannst ihn auch durch Traubensaft ersetzen.
- 2 EL Rotweinessig oder Himbeeressig: Die Säure ist wichtig, um die Süße des Kohls und der Äpfel auszugleichen und ihn schön rot zu halten.
- 3 Gewürznelken, 2 Lorbeerblätter, 1 TL Wacholderbeeren: Dieses klassische Gewürzquartett ist das Herz des Rotkohls. Es verleiht ihm eine unverwechselbare, weihnachtliche Note.
- 1 EL Zucker oder Honig: Zum Karamellisieren und für die feine Süße.
- Salz und Pfeffer: Zum Abschmecken.
Für die Kartoffelknödel
- 1 kg mehligkochende Kartoffeln (z.B. Linda, Agria): Mehligkochende Kartoffeln sind der Schlüssel zu fluffigen Knödeln. Sie haben einen hohen Stärkegehalt und zerfallen beim Kochen schön.
- 2 Eier (Größe M): Sie binden den Teig und sorgen für eine lockere Konsistenz.
- ca. 150 g Kartoffelstärke (oder Speisestärke): Die Stärke ist der zweite wichtige Binder. Sie macht die Knödel schön fluffig und verhindert, dass sie auseinanderfallen.
- 1 TL Salz: Zum Würzen des Teigs.
- Eine Prise Muskatnuss (frisch gerieben): Muskat ist der klassische Begleiter von Kartoffelgerichten und gibt den Knödeln eine feine Würze.
- Butter zum Servieren: Ein Klecks zerlassene Butter über den Knödeln ist das i-Tüpfelchen.
Für die Soße
- Der Bratensatz der Gans: Das ist das Aroma-Konzentrat, das sich im Bräter gesammelt hat.
- 500 ml Geflügelbrühe: Zum Auffüllen und Verlängern der Soße.
- 200 ml Sahne oder Crème fraîche: Für eine sämige, cremige Konsistenz. Crème fraîche gibt eine angenehme Säure.
- 1 EL kalte Butter: Zum Binden und für den Glanz.
- Salz, Pfeffer, etwas Zucker: Zum Abschmecken.
Die richtige Ausrüstung
Du brauchst kein Profi-Equipment, um eine großartige Martinsgans zu zaubern. Ein paar gute Grundwerkzeuge reichen völlig aus.
- Ein großer Bräter (ca. 30 x 40 cm): Die Gans muss Platz haben. Ein Bräter aus Gusseisen oder Emaille speichert die Hitze besonders gut und sorgt für eine gleichmäßige Bräunung.
- Ein scharfes Messer: Zum Zerlegen der Gans und zum Schneiden von Gemüse. Ein gutes Kochmesser ist hier Gold wert.
- Ein Küchenthermometer: Das ist mein absoluter Geheimtipp! Ein Bratenthermometer nimmt dir das Rätselraten ab. Die Gans ist perfekt, wenn die Kerntemperatur an der dicksten Stelle der Keule 80-85°C beträgt. Kein Raten mehr, nur perfekte Ergebnisse.
- Ein großer Topf für die Kartoffeln: Die Kartoffeln müssen weich gekocht werden. Ein Topf mit schwerem Boden verhindert ein Anbrennen.
- Eine Kartoffelpresse: Für die fluffigsten Knödel ist eine Kartoffelpresse ideal. Sie zerdrückt die Kartoffeln, ohne sie zu klebrig zu machen. Alternativ geht auch ein Kartoffelstampfer.
- Ein Schneidebrett und ein Sparschäler: Die Basics, die du immer brauchst.
Die Zubereitung – Schritt für Schritt
Keine Sorge, das klingt jetzt vielleicht nach viel, aber ich verspreche dir: Wenn du dich an diese Schritte hältst, wird deine Martinsgans ein voller Erfolg. Atme tief durch und los geht’s.
1. Die Gans vorbereiten (am Vortag)
Das ist der wichtigste Schritt für eine wirklich knusprige Haut. Nimm die Gans aus der Verpackung, tupfe sie innen und außen gründlich mit Küchenpapier trocken. Ja, wirklich gründlich! Dann reibst du sie großzügig mit Salz und Pfeffer ein – sowohl innen als auch außen. Lege sie dann unbedeckt auf ein Backblech mit Gitter und stelle sie über Nacht in den Kühlschrank. Die Luft trocknet die Haut zusätzlich, was später für die Knusprigkeit sorgt. Glaub mir, dieser Schritt ist unbezahlbar.
2. Die Gans füllen und braten
Am nächsten Tag holst du die Gans eine Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank, damit sie Raumtemperatur annehmen kann. Heize den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vor. Stecke die gewaschenen, geviertelten Äpfel, die Kräuterzweige und die halbierte Zwiebel in die Bauchhöhle. Verschließe die Öffnung mit Rouladennadeln oder Zahnstochern. Lege die Gans mit der Brustseite nach unten in den Bräter. Gib das grob geschnittene Suppengrün und die restliche Zwiebel um die Gans herum. Gieße die Geflügelbrühe an, aber nicht über die Gans – der Dampf soll sie umspülen.
Schiebe den Bräter auf die untere Schiene und brate die Gans für ca. 2 Stunden. Nach dieser Zeit drehst du die Gans vorsichtig um (am besten mit zwei Gabeln oder einem Pfannenwender), sodass die Brustseite oben ist. Erhöhe die Temperatur auf 200°C und brate sie für weitere 45-60 Minuten. Wichtig: In der letzten halben Stunde alle 10 Minuten mit dem Bratensaft übergießen, damit die Haut nicht verbrennt. Die Gans ist fertig, wenn die Kerntemperatur an der dicksten Stelle der Keule 85°C beträgt und die Haut goldbraun und knusprig ist.
3. Den Rotkohl zubereiten
Während die Gans im Ofen ist, kannst du den Rotkohl vorbereiten. Halbiere den Rotkohl, entferne den Strunk und schneide ihn in feine Streifen. Schäle die Äpfel und reibe sie grob. Erhitze das Butterschmalz in einem großen Topf und dünste die Zwiebelwürfel glasig an. Gib die Rotkohlstreifen und die geriebenen Äpfel dazu und schwenke alles gut durch. Lösche mit dem Rotwein und dem Essig ab. Füge die Gewürze (Nelken, Lorbeer, Wacholderbeeren), den Zucker und eine Prise Salz hinzu. Rühre alles um, decke den Topf ab und lasse den Rotkohl bei niedriger Hitze ca. 45-60 Minuten schmoren. Rühre gelegentlich um und gib bei Bedarf etwas Wasser dazu. Der Rotkohl sollte weich, aber noch bissfest sein. Schmecke ihn mit Salz, Pfeffer und eventuell etwas mehr Essig oder Zucker ab.
4. Die Kartoffelknödel zubereiten
Koche die Kartoffeln in der Schale in einem großen Topf mit Salzwasser für ca. 20-25 Minuten, bis sie weich sind. Gieße sie ab, lasse sie kurz ausdampfen und pell sie dann noch heiß. Drücke die heißen Kartoffeln sofort durch die Kartoffelpresse auf ein Backblech oder eine große Platte, damit sie auskühlen können. Die Kartoffelmasse muss komplett kalt sein, sonst werden die Knödel klebrig.
Vermenge die kalte Kartoffelmasse mit den Eiern, der Kartoffelstärke, dem Salz und der Muskatnuss. Knete alles kurz zu einem glatten Teig. Forme mit angefeuchteten Händen gleichmäßige Knödel (ca. 8-10 Stück). Bringe einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen und reduziere die Hitze dann sofort, sodass das Wasser nur noch siedet (kleine Bläschen). Gib die Knödel vorsichtig hinein und lasse sie bei geschlossenem Deckel für 15-20 Minuten ziehen. Sie sind fertig, wenn sie an die Oberfläche steigen. Nimm sie mit einer Schaumkelle heraus und lasse sie kurz abtropfen.
5. Die Soße zubereiten
Nimm die fertige Gans aus dem Bräter und stelle sie an einem warmen Ort abgedeckt zur Ruhe. Gieße den Bratensaft durch ein feines Sieb in einen Topf. Entferne das überschüssige Fett (du kannst es für den Rotkohl oder zum Braten aufheben). Gib die Geflügelbrühe hinzu und bringe alles zum Kochen. Rühre die Sahne oder Crème fraîche ein und lasse die Soße bei mittlerer Hitze etwas einköcheln, bis sie sämig ist. Zum Schluss gibst du die kalte Butter hinzu und schlägst sie mit einem Schneebesen unter – das gibt der Soße einen wunderbaren Glanz. Schmecke mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker ab.
Tipps und Tricks für den perfekten Gänsebraten
Ich habe über die Jahre so einige Fehler gemacht, damit du sie nicht wiederholen musst. Hier sind meine wichtigsten Erkenntnisse.
- Das Trocknen ist alles: Ich kann es nicht oft genug sagen: Die Gans muss trocken sein, bevor sie in den Ofen kommt. Das Salzen am Vortag ist der beste Weg, um überschüssige Feuchtigkeit zu entziehen. Wer keine Zeit hat, kann die Gans auch 2-3 Stunden vor dem Braten salzen und unbedeckt in den Kühlschrank stellen.
- Die richtige Temperatur: Zu hohe Hitze von Anfang an verbrennt die Haut, bevor das Fleisch gar ist. Das langsame Garen bei 180°C und das spätere Erhöhen auf 200°C ist der ideale Weg. Ein Bratenthermometer ist hier dein bester Freund.
- Nicht zu oft wenden: Die Gans muss ihre Ruhe haben. Einmal wenden reicht völlig aus. Ständiges Öffnen des Ofens lässt die Temperatur fallen und verlängert die Garzeit.
- Das Fett abschöpfen: Gänsefett ist flüssiges Gold, aber in der Soße möchte man nicht zu viel davon. Schöpfe das meiste Fett vor dem Andicken der Soße ab. Du kannst es in einem Glas im Kühlschrank aufbewahren und zum Braten von Kartoffeln oder Gemüse verwenden.
- Die Knödel nicht zu lange kochen: Siedendes Wasser ist wichtig, nicht kochendes. Wenn die Knödel zu stark kochen, fallen sie auseinander oder werden matschig. Lass sie einfach 20 Minuten im siedenden Wasser ziehen – sie werden perfekt.
Variationen und Anpassungen
Dieses Rezept ist ein Klassiker, aber es lässt sich wunderbar anpassen. Hier sind ein paar Ideen, die ich selbst schon ausprobiert habe.
- Für eine fruchtigere Note: Gib zusätzlich zu den Äpfeln eine Handvoll Backpflaumen oder getrocknete Aprikosen in die Bauchhöhle der Gans. Sie geben dem Fleisch eine wunderbar süße, fruchtige Note.
- Rotkohl mit Orangenzesten: Statt der klassischen Gewürze kannst du dem Rotkohl auch die abgeriebene Schale einer Bio-Orange und einen Schuss Orangensaft hinzufügen. Das gibt eine frische, winterliche Note.
- Kartoffelknödel mit Speck: Für eine herzhafte Variante kannst du gewürfelten, knusprig gebratenen Speck unter den Kartoffelteig mischen. Das gibt den Knödeln einen extra Crunch und eine rauchige Note.
- Glutenfreie Variante: Die Kartoffelknödel sind von Natur aus glutenfrei, wenn du darauf achtest, dass die Kartoffelstärke aus Mais oder Kartoffeln ist. Die Soße kannst du mit etwas Speisestärke statt Mehl binden.
- Für eine leichtere Version: Du kannst die Sahne in der Soße durch etwas Milch oder eine pflanzliche Alternative ersetzen. Die Soße wird dann etwas weniger sämig, aber immer noch lecker.
Servieren und Aufbewahren
Der Moment der Wahrheit ist gekommen. Hier sind meine Tipps für ein perfektes Servieren.
Servieren: Die Gans sollte nach dem Braten mindestens 15 Minuten ruhen, damit sich die Fleischsäfte gleichmäßig verteilen. Zerlege sie dann mit einem scharfen Messer. Die Keulen und die Brust sind die besten Stücke. Serviere die Gans auf einer großen Platte, umgeben von den Kartoffelknödeln und dem Rotkohl. Die Soße reichst du separat in einer Sauciere. Ein Klecks zerlassene Butter auf den Knödeln ist ein Muss. Dazu passt ein kräftiger Rotwein, wie ein Spätburgunder oder ein Dornfelder.
Aufbewahren: Die Reste der Martinsgans sind ein Fest für sich. Wickle das Fleisch in Frischhaltefolie oder gib es in einen luftdichten Behälter. Im Kühlschrank hält es sich 3-4 Tage. Der Rotkohl und die Knödel lassen sich ebenfalls problemlos aufbewahren. Die Knödel werden am besten in einer Pfanne mit etwas Butter aufgewärmt, bis sie wieder knusprig sind. Die Gans kann im Ofen bei niedriger Temperatur (150°C) erwärmt werden, damit die Haut nicht austrocknet. Aus den Knochen und dem Bratensatz kannst du eine wunderbare Suppe kochen – einfach mit etwas Gemüse und Brühe aufgießen und 2 Stunden köcheln lassen.
Einfrieren: Du kannst die Gans auch portionsweise einfrieren. Wickele sie dafür gut in Gefrierbeutel oder -dosen. Im Gefrierfach hält sie sich 3-4 Monate. Der Rotkohl lässt sich ebenfalls einfrieren, die Knödel eher nicht – sie werden beim Auftauen matschig.
Nährwerte und gesundheitliche Vorteile
Eine Martinsgans ist ein Festmahl und kein Diätgericht, aber sie hat durchaus ihre Vorzüge. Hier sind die ungefähren Nährwerte pro Portion (ca. 200 g Fleisch, Rotkohl, 2 Knödel):
- Kalorien: ca. 800-1000 kcal
- Eiweiß: ca. 40 g
- Fett: ca. 50 g (davon ein hoher Anteil ungesättigte Fettsäuren)
- Kohlenhydrate: ca. 60 g (hauptsächlich aus den Knödeln)
Gänsefett ist reich an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken können. Der Rotkohl ist ein wahres Vitamin-C-Wunder und enthält viele Ballaststoffe, die die Verdauung fördern. Die Kartoffelknödel liefern komplexe Kohlenhydrate, die lange satt machen. Das Gericht ist reich an Eisen, Zink und B-Vitaminen aus dem Fleisch. Wer auf eine leichtere Ernährung achtet, kann die Portionsgröße anpassen oder die Soße mit weniger Sahne zubereiten. Für mich ist dieses Gericht ein bewusster Genuss an besonderen Tagen – und das ist völlig in Ordnung.
Fazit: Warum du diese Gans unbedingt machen solltest
Diese knusprige Martinsgans ist mehr als nur ein Rezept – sie ist eine Einladung, innezuhalten, zu genießen und sich selbst zu beschenken. Ja, sie braucht Zeit, aber diese Zeit ist eine Investition in ein unvergessliches Geschmackserlebnis. Die knusprige Haut, das zarte Fleisch, der süß-säuerliche Rotkohl und die fluffigen Knödel – das ist der Inbegriff von Herbst und Winter, von Gemütlichkeit und Festtag.
Ich liebe dieses Gericht, weil es mich daran erinnert, dass die besten Dinge im Leben oft die sind, die wir mit Liebe und Geduld zubereiten. Es ist ein Gericht, das man teilt, das verbindet und das Geschichten schreibt. Egal, ob für den Martinstag, Weihnachten oder einen besonderen Sonntag – diese Gans wird alle begeistern.
Also, trau dich! Hol dir eine frische Gans, nimm dir die Zeit und lass dich von dem Duft verführen. Du wirst sehen, es ist einfacher, als du denkst. Und wenn du Fragen hast oder deine eigene Version ausprobierst, schreib es mir in die Kommentare. Ich bin gespannt auf deine Geschichte mit der Martinsgans!
In diesem Sinne: Guten Appetit und eine wundervolle, genussvolle Zeit!
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Kann ich die Gans auch ohne Füllung zubereiten?
Ja, absolut. Die Füllung mit Äpfeln und Kräutern gibt dem Fleisch zusätzliches Aroma, aber die Gans wird auch ohne Füllung saftig und lecker. Du kannst die Bauchhöhle einfach leer lassen oder mit etwas Gemüse füllen.
Wie bekomme ich die Haut der Gans wirklich knusprig?
Das Geheimnis liegt in der Trocknung. Die Gans muss vor dem Braten gründlich trocken getupft und am besten über Nacht gesalzen werden. Das Salz entzieht der Haut Feuchtigkeit, die später verdunstet und für die Knusprigkeit sorgt. Zudem ist die hohe Endtemperatur von 200°C in der letzten Stunde entscheidend.
Kann ich den Rotkohl auch am Vortag zubereiten?
Unbedingt! Rotkohl schmeckt aufgewärmt oft sogar noch besser, weil die Aromen durchziehen können. Du kannst ihn problemlos einen Tag vorher zubereiten und im Kühlschrank aufbewahren. Vor dem Servieren einfach kurz erwärmen.
Was mache ich, wenn die Knödel auseinanderfallen?
Das passiert meistens, wenn der Teig zu feucht ist oder die Knödel im kochenden Wasser gegart werden. Achte darauf, dass die Kartoffelmasse komplett kalt ist und das Wasser nur siedet, nicht kocht. Falls der Teig zu weich ist, kannst du noch etwas Kartoffelstärke einarbeiten.
Kann ich die Gans auch im Ofen mit Umluft zubereiten?
Umluft ist nicht ideal, da die heiße Luft die Haut zu schnell austrocknet und verbrennen kann, bevor das Fleisch gar ist. Ober-/Unterhitze ist die beste Wahl für eine gleichmäßige Garung und eine knusprige Haut. Wenn du Umluft verwenden möchtest, reduziere die Temperatur um ca. 20°C und beobachte die Gans genau.
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Knusprige Martinsgans: Bestes Rezept mit Rotkohl und Kartoffelknödeln
Eine perfekt knusprige Martinsgans mit zartem Fleisch, süß-säuerlichem Rotkohl und fluffigen Kartoffelknödeln – ein festliches Gericht, das mit einfachen Tricks gelingt.
- Prep Time: 30 Minuten
- Cook Time: 3 Stunden 30 Minuten
- Total Time: 4 Stunden (plus 1 Tag Vorbereitung)
- Yield: 8 Portionen 1x
- Category: Hauptgericht
- Cuisine: Deutsch
Ingredients
- 1 küchenfertige Gans (ca. 4–5 kg)
- 2 Äpfel (z.B. Boskop oder Elstar)
- 1 Bund Suppengrün (Lauch, Möhre, Sellerie)
- 1 Zwiebel
- 2–3 Zweige frischer Thymian und Rosmarin
- Salz und Pfeffer
- 500 ml Geflügelbrühe (oder Wasser)
- 1 Kopf Rotkohl (ca. 1 kg)
- 2 Äpfel (z.B. Boskop)
- 1 Zwiebel
- 60 g Butterschmalz oder Gänsefett
- 100 ml Rotwein (optional, aber empfohlen)
- 2 EL Rotweinessig oder Himbeeressig
- 3 Gewürznelken, 2 Lorbeerblätter, 1 TL Wacholderbeeren
- 1 EL Zucker oder Honig
- Salz und Pfeffer
- 1 kg mehligkochende Kartoffeln (z.B. Linda, Agria)
- 2 Eier (Größe M)
- ca. 150 g Kartoffelstärke (oder Speisestärke)
- 1 TL Salz
- Eine Prise Muskatnuss (frisch gerieben)
- Butter zum Servieren
- Der Bratensatz der Gans
- 500 ml Geflügelbrühe
- 200 ml Sahne oder Crème fraîche
- 1 EL kalte Butter
- Salz, Pfeffer, etwas Zucker
Instructions
- Die Gans vorbereiten (am Vortag): Die Gans aus der Verpackung nehmen, innen und außen gründlich mit Küchenpapier trocken tupfen. Großzügig mit Salz und Pfeffer einreiben – innen und außen. Unbedeckt auf ein Backblech mit Gitter legen und über Nacht in den Kühlschrank stellen.
- Die Gans füllen und braten: Am nächsten Tag die Gans eine Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank nehmen. Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die gewaschenen, geviertelten Äpfel, Kräuterzweige und die halbierte Zwiebel in die Bauchhöhle stecken. Öffnung mit Rouladennadeln oder Zahnstochern verschließen. Gans mit der Brustseite nach unten in den Bräter legen. Grob geschnittenes Suppengrün und restliche Zwiebel um die Gans herum geben. Geflügelbrühe angießen, aber nicht über die Gans. Brä…
- Den Rotkohl zubereiten: Rotkohl halbieren, Strunk entfernen und in feine Streifen schneiden. Äpfel schälen und grob reiben. Butterschmalz in einem großen Topf erhitzen und Zwiebelwürfel glasig dünsten. Rotkohlstreifen und geriebene Äpfel dazugeben und gut durchschwenken. Mit Rotwein und Essig ablöschen. Gewürze (Nelken, Lorbeer, Wacholderbeeren), Zucker und eine Prise Salz hinzufügen. Umrühren, Deckel auflegen und bei niedriger Hitze ca. 45-60 Minuten schmoren lassen. Gelegentlich umrühren und b…
- Die Kartoffelknödel zubereiten: Kartoffeln in der Schale in einem großen Topf mit Salzwasser ca. 20-25 Minuten weich kochen. Abgießen, kurz ausdampfen lassen und noch heiß pellen. Heiße Kartoffeln sofort durch die Kartoffelpresse auf ein Backblech oder eine große Platte drücken, damit sie auskühlen. Kartoffelmasse muss komplett kalt sein. Kalte Kartoffelmasse mit Eiern, Kartoffelstärke, Salz und Muskatnuss vermengen und kurz zu einem glatten Teig kneten. Mit angefeuchteten Händen gleichmäßige Kn…
- Die Soße zubereiten: Die fertige Gans aus dem Bräter nehmen und an einem warmen Ort abgedeckt zur Ruhe stellen. Bratensaft durch ein feines Sieb in einen Topf gießen. Überschüssiges Fett entfernen (für Rotkohl oder Braten aufheben). Geflügelbrühe hinzugeben und zum Kochen bringen. Sahne oder Crème fraîche einrühren und bei mittlerer Hitze etwas einköcheln lassen, bis die Soße sämig ist. Zum Schluss die kalte Butter mit einem Schneebesen unter die Soße schlagen. Mit Salz, Pfeffer und einer Prise …
Notes
Die Gans sollte am Vortag gesalzen und getrocknet werden, um eine knusprige Haut zu erhalten. Die Kerntemperatur an der dicksten Stelle der Keule sollte 85°C betragen. Rotkohl schmeckt aufgewärmt oft noch besser und kann am Vortag zubereitet werden. Die Knödel sollten nur im siedenden Wasser ziehen, nicht kochen, damit sie nicht auseinanderfallen.
Nutrition
- Serving Size: 1 Portion (ca. 200 g
- Calories: 8001000
- Sugar: 15
- Sodium: 1.2
- Fat: 50
- Saturated Fat: 15
- Carbohydrates: 60
- Fiber: 8
- Protein: 40
Keywords: Martinsgans, Gänsebraten, knusprig, Rotkohl, Kartoffelknödel, Festtagsgericht, Weihnachten, Martinstag



